Meine Patienten - Hunde
Hunde gehören seit langer Zeit zu den treuen Weggefährten des Menschen. Forscher gehen davon aus, dass die Zähmung dieser Rudeltiere vor mehr als 15‘000 Jahren stattgefunden hat.
Mittlerweile leben wir mit diesen Tieren nicht nur auf dem Lande, sondern auch in Städten auf engstem Raum zusammen. Dies stellt hohe Anforderungen an Mensch sowie Tier und bedingt eine hohe Sozialisierung der Hunde, damit diese die unterschiedlichsten Alltagssituationen sozialverträglich, unkompliziert und sicher meistern können. Einige Hunde sind mit gewissen Rahmenbedingungen überfordert.
Die Gründe für das Fehlverhalten und die eingeschränkte Anpassungsfähigkeit sind vielfältig. Sie beginnen bereits bei der Aufzucht in reizarmen Verhältnissen, ungünstigen Haltungsbedingungen oder Kommunikationsproblemen mit dem Menschen. Weitere Ursachen können in der genetischen oder körperlichen Anlage liegen.
Bei welchen Problemen/Verhaltensstörungen kann ich helfen?
- Aggressives Verhalten gegenüber Menschen, Hunden, anderen Tieren, hauptsächlich aus folgenden Gründen:
- Angst, um Feinde auf Distanz zu halten oder das was Angst auslöst zu vertreiben.
- Reiz als Folge von Schmerzen, Frustration, Mangel, anhaltendem physischem Kontakt oder organischen Störungen.
- Rangordnung zur Erreichung und Behauptung der sozialen Stellung im Rudel (aus der Sicht des Hundes gehören auch die Familienmitglieder zum Rudel!).
- Die Beuteaggression, in der Jagdsituation, um Beute zu fangen und zu töten. Die Beuteaggression kann gegen den Menschen gerichtet sein, wenn der Hund nicht an Menschen sozialisiert wurde.
- Verteidigung des Territoriums.
- Mütterlich zur Verteidigung der Jungen bei säugenden und scheinträchtigen Hündinnen.
- Desorganisierte Aggression (Hyperaggression).
- Phobien/Angst vor Geräuschen, Menschen, Hunden, anderen Tieren, unbekannten Situationen, Objekten, wegen mangelnder Sozialisation (Deprivationssyndrom), wegen schlechter Erfahrungen.
- Trennungsangst (Symptome sind: Ängstlichkeit, an Besitzer kleben, infantile Zeichen, Zerstörungswut, z.B. an Möbeln kratzen und kauen, bellen, am eigenen Körper lecken, Appetitlosigkeit/Nahrung verweigern, urinieren, etc.).
- Panikattacken.
- Depressionen (der Hund will z.B. nicht mehr spielen und schläft viel mehr).
- Hyperaktivität (der Hund ist ausgesprochen aktiv ist und schläft wenig).
- Unsauberkeit (Kot- und Urinabsatz an unerwünschten Stellen).
- Störung der Nahrungsaufnahme (Fressen von Unrat, ungeniessbaren Dingen, Fresssucht).
- Stereotypien/Zwangshandlungen (Schwanz jagen, Pfoten lecken oder beknabbern, Jagen von Schatten, etc.).
- Unerwünschtes Jagen (Jogger, Radfahrer, Kinder, andere Hunde, Autos, Haus- und Wildtiere, unerwünschtes Hüteverhalten).
- Aufmerksamkeit heischendes Verhalten (Aufdrängeln, Anspringen, Aufreiten, Bekauen von Objekten, Stehlen von Objekten, Futterbetteln, etc.).
- Störendes Sexualverhalten (Besteigen von Personen, Tieren, Gegenständen, übermässiger Sexualtrieb).
- Probleme beim Autofahren (Erregung, Angst, Erbrechen, Bellen, Jaulen, Verbellen aus dem Auto heraus).
- Senilität (der Hund ist langsam alt und verwirrt).
- Erziehungsprobleme, Unkontrollierbarkeit (heftiges Spielen, ziehen an der Leine, Übererregbarkeit, Schwererziehbarkeit).
Diese Liste ist eine Aufzählung der häufigsten Probleme; sie ist nicht abschliessend.